Generation 1000 Euro
Claudio ist 27, hat studiert, arbeitet als "Junior Accountant" in einem international tätigem Unternehmen und...
...verdient knapp 1000 Euro im Monat.
Er lebt in einer 4er-WG, hat kein Auto und hechtet den Sonderangeboten im Supermarkt hinterher. Der Spruch "Wenn am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist" trifft auf Claudio voll zu.
Manchmal gönnt er sich was. Seine Lieblings-Sportzeitschrift zum Beispiel. Oder ein Frühstück in einem Café. 3 Euro für einen Cappuccino und ein Brötchen.
An seiner Situation überrascht Claudio immer am meisten, dass "den Meinungsforschern nichts anderes einfällt, als zu erklären, die >>Jugend habe keine Werte, keine Interessen, keine Leidenschaften, keine Kultur,...<<. Wie soll man Lust auf Theater haben, wenn man unter 30 Euro nicht reinkommt? Ein Buch kriegst du nicht unter 10 Euro, mittlerweile nicht mal mehr ein Taschenbuch oder eine Sonderausgabe, von CDs reden wir gar nicht erst. Konzerte kosten 35, 40 Euro aufwärts,... und das alles sind Vergnügungen von begrenzter Dauer. Hinterher bleibt dir nichts als die Erinnerung und die Eintrittskarte oder der Kontrollschnipsel."
In seinem Job schuftet Claudio und erntet Lob. Aber eins weiß er danach: "Verantwortung, Hochachtung und Komplimente gehen nicht mit Beförderungen, Gehaltserhöhungen und greifbaren Gartifikationen einher.".
Das Buch beschreibt Claudios Leben. Vielleicht ist es auch dein Leben.
Das Leben der Generation 1000 Euro.
(Antonio Incorvaia/Alessandro Rimassa: Generation 1000 Euro. Goldmann Verlag. München 2006. ISBN: 3442311415. 160 S., 12,95 €)



