Tarifeinigung auch für Nordrhein-Westfalen - Azubi-Vergütung wird um 4,2% erhöht, Einmalbetrag für Azubis von 133 Euro und einen weiteren von 32 Euro
In der 4. Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroidustrie Nordrhein-Westfalen wurde heute das Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg mit allen wesentlichen Punkten übernommen.
Die Beschäftigten erhalten damit insgesamt um 4,2% höhere Einkommen sowie 510 € und 122 € als Einmalzahlungen.
Das Ergebnis für die Metall- und Elektroindustrie NRW
- Einmalbetrag von 510 € im Dezember 2008 (für die drei Monate November/Dezember 2008 und Januar 2009)
- Ab dem 1. Mai 2009 werden die Entgelte um 4,2% erhöht. Zur Hälfte erfolgt die Anhebung mit 2,1% bereits ab dem 1. Februar 2009.
Die zweite Hälfte der Anhebung zum 1. Mai 2009 kann betrieblich um bis zu sieben Monate verschoben/u>/u>/u>/u>/u>/u>/u>/u> werden. Nur auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung (also nur bei Zustimmung des
Betriebsrats) in besonders begründeten wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist die Verschiebung damit im Einzelfall möglich.
- Im September 2009 wird ein weiterer Einmalbetrag in Höhe von 122 € gezahlt.
Für Auszubildende
Die Ausbildungsvergütungen werden ebenfalls um 4,2% erhöht.
Die Auszubildenden bekommen zusätzlich im Dezember 2008 einmalig 133 € (für die drei Monate November/Dezember 2008 und Januar 2009).
Im September 2009 erhalten die Auszubildenden einen weiteren Einmalbetrag in Höhe von 32 €.
Auszubildende erhalten zusätzlich bei einem Abschluss eines "Riestervertrags" (Altersvorsorge) einmalig einen Zuschuss von 50 €.
- Ab dem 1. Januar 2010 gilt der bereits im September vereinbarte "Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente". Vereinbart wurde mit diesem Tarifabschluss, dass der Arbeitnehmeranteil zum praktischen Start dieses Tarifvertrags mit anzurechnenden 0,4% für die Monate Januar bis April finanziert ist.
- Laufzeit des Tarifvertrags: 18 Monate (also bis Ende April 2010)
- Leiharbeitnehmer: Die Tarifparteien haben eine Gesprächsverpflichtung vereinbart. Ziel ist es, Missständen in der Leiharbeit sowohl in den Leiharbeitsunternehmen als auch in den Mitgliedsunternehmen der Metallbranche entgegenzuwirken.
Oliver Burkhard, Bezirksleiter der IG Metall NRW
"Auch für Nordrhein-Westfalen gilt jetzt: 510 € gibt es im Dezember 2008. Die Einkommen steigen um insgesamt 4,2 Prozent und damit um das Doppelte gegenüber dem, was uns die Arbeitgeber zunächst angeboten haben. Für einen Facharbeiter gibt es mit der Laufzeit dieses Tarifvertrags ein Plus von 2.059 €. Nur mit dem Druck unserer umfassenden Warnstreiks war dieses Ergebnis möglich. Wir haben damit einen hart verhandelten Kompromiss. Kompromisse finden selten uneingeschränkten Beifall. Auch dieser erfüllt nicht alle Erwartungen. Als wir unsere Forderung aufgestellt haben, sah die Welt noch ganz anders aus. Die Verantwortlichen für die Finanzmarktkrise haben unsere Wirtschaft mit ihren Machenschaften in eine schwierige Situation gebracht. Auch in der Automobil- und Zuliefererindustrie spürt man die Folgen. Unter den aktuellen Bedingungen konnte es uns nicht gelingen, die Gerechtigkeitslücke so zu verkleinern wie es notwendig und wünschenswert ist."
Die Tarifkommission NRW wird am Donnerstag, den 20. November 2008 über das Verhandlungsergebnis beraten.
Mehr Informationen
Aktuelle Ausgabe der
metallnachrichten



