Unterstützer von Studiengebühren (wie die INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) finden neue Wege, um ihre Kampagne voranzutreiben.
Unter der Internetadresse unicheck.de soll von Studierenden darüber abgestimmt werden, wie die Unis die Studiengebühren verwenden.
Studentisches Projekt? Denkste!
Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es sich bei Unicheck um ein studentisches Projekt handelt.
Nach dem zweiten Blick überlegt man sich das nochmal.
Auf der Internetseite beschreibt sich die Unicheck-Redaktion selbst wie folgt:
"Wir sind allesamt Studierende der Uni Köln, haben nebenbei unsere Begeisterung für den Journalismus entdeckt, besitzen ein schnuckliches, kleines Unicheck-Redaktionsbüro im Haus der deutschen Wirtschaft in Köln und wollen informieren – über Studiengebühren & Co."
Im Haus der Deutschen Wirtschaft in Köln also. Da gibt es Büros für Studierende, die über Studiengebühren informieren wollen.
INSM?
Hinter der Internetseite steckt die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die Studentenzeitschrift Unicum und die Zeitung Financial Times Deutschland.
Die INSM wird vom Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie finanziert, und zwar mit mehreren Millionen Euro jährlich.
Aufgabe der INSM ist es, in der Öffentlichkeit neoliberale Meinungsmache zu betreiben.
Zu den Forderungen gehören unter anderem:
- Länger arbeiten ohne Lohnausgleich
- Kündigungsschutz lockern bzw. abschaffen
- Betriebliche Lösungen statt Tarifverträge
- Einführung von Studiengebühren
Die Diskussion, ob Studiengebühren sinnvoll sind oder nicht, soll offenbar nicht mehr geführt werden. Ab jetzt soll nur noch gelten: Die Studiengebühren sind da - überprüfen wir, wofür sie eingesetzt werden.
In Nordrhein-Westfalen ist die FH Düsseldorf (mit Ausnahme der Kunstakademie Düsseldorf und der FernUni Hagen) die einzige Hochschule, an der es bisher keine Studiengebühren gibt.